In Teil 1 dieser Blogreihe wurde bereits herausgestellt, dass es mehrere Bereiche der Kosten- und Leistungsrechnung gibt. In diesem Teil soll nun die Kostenstellenrechnung thematisiert werden. Diese beschäftigt sich mit der Frage, wo genau die Kosten im Betrieb angefallen sind.

Was ist die Kostenstellenrechnung?

Durch die Kostenstellenrechnung wird die Wirtschaftlichkeit einzelner Unternehmensbereiche verdeutlicht. So können diese besser kontrolliert werden. Zudem dient die Kostenstellenrechnung der Kostenträgerrechnung, auf die im nächsten Blogbeitrag (Teil 3) näher eingegangen wird.

Bei der Kostenstellenrechnung unterscheidet man zwischen zwei Vorgehensweisen. Wenn alle Kosten des Betriebes auf verschiedene Kostenstellen (Träger) aufgeteilt werden spricht man von der sogenannten Vollkostenrechnung. Wenn nur Teile der Kosten aufgeteilt werden, spricht man von Teilkostenrechnung.

Im ersten Schritt ist es für die Kostenstellenrechnung wichtig, die unterschiedlichen Bereiche des Betriebs oder des Unternehmens zu Kostenstellen zusammenzufassen. Dabei kann man die Kostenstellen nach unterschiedlichen Kriterien erstellen. So kann man den Betrieb nach unterschiedlichen Abteilungen aufteilen: Küche, Restaurant, Verwaltung und Hotel, also nach Räumlichkeiten. Aber auch nach Leistungs- oder Funktionsbereichen; Logis, F&B etc.

Die Aufteilung und die entsprechende Aufstellung werden als Kostenstellenplan bezeichnet.

Unter Berücksichtigung von „Leistungen“ kann eine Aufteilung in 3 Kostenstellen erfolgen:

Allgemeine KostenstelleNebenkostenstellenHauptkostenstellen 
MarketingabteilungRestaurantHotelLogisFoodBeverage
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Kostenstellenrechnung Beispiel

Es werden die erfassten Kosten aus der Kostenartenrechnung (Teil1) auf die einzelnen Kostenstellen aufgeteilt.

Erfasste Einzelkosten können direkt den Hauptkostenstellen zugeordnet werden. In der Praxis werden für den Bereich „Food“ ebenfalls auch die einzelnen Gerichte idealerweise aufgelistet.

Bei der Aufteilung der erfassten Gemeinkosten gestaltet sich die Verteilung deutlich schwieriger. Sie fallen an verschiedenen Stellen im Betrieb an und meistens auch noch in unterschiedlicher Höhe. So richten sich beispielsweise Energiekosten auch danach, wie oft und wie lange Küchengeräte im Restaurant im Einsatz sind.

Wie werden die Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen verteilt?

Damit es gelingt die Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen aufzuteilen, werden sie mithilfe eines Betriebsabrechnungsbogens (BAB) auf die einzelnen Hauptkostenstellen verteilt.

Im BAB werden die Kostenstellen den Kostenarten in einer Tabelle gegenübergestellt.

 Gesamt:Allgemeine KostenstelleNebenkostenstellenHauptkostenstellen
Kostenartin €MarketingabteilungRestaurantHotelLogisFoodBeverage
Personalkosten20.000      
Energie5.000      
Miete2.500      
Verwaltungskosten2.000      
Gesamt:29.500      
Betriebsabrechnungsbogen

Mithilfe von Verteilungsschlüsseln werden anschließend die Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen aufgeteilt. Hierbei sollte sich möglichst genau auf die tatsächlich verursachten Kosten bezogen werden. Im Anschluss daran werden die Kosten der allgemeinen Kostenstelle (Marketingabteilung) auf die restlichen Kostenstellen aufgeteilt. In der Praxis gibt es eventuell mehrere oder andere allgemeine Kostenstellen, für die diese Aufteilung erfolgen muss. Im letzten Schritt werden die Kosten der Nebenkostenstellen auf die Hauptkostenstellen verteilt.

Wurden alle Gemeinkosten verteilt und können unter Einbezug der Nettoerlöse sowie der Einzelkosten, Gemeinkostenzuschlagssätze und die Leistungsergebnisse der Kostenstellen ermittelt werden.

Wie wir der Gemeinkostenzuschlagsatz ermittelt?

Für die Ermittlung des Gemeinkostenzuschlagsatzes:

Diese Gemeinkostenzuschlagssätze werden dazu verwendet, Preise der einzelnen Produkte zu kalkulieren.

Die Ermittlung der Leistungsergebnisse:

                  Nettoerlöse

                – Wareneinsatz

                = Rohgewinn

– Gemeinkosten

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= Leistungsergebnis

Werden einzelnen Bereich und deren Kosten und Ergebnisse des Betriebes gesondert erfasst, werden sie als Proficenter bezeichnet.

Durch eine Beurteilung einzelner Abteilungen/Bereiche kann dieser besser gesteuert und dessen Rentabilität aufgezeigt werden. Man behandelt auf diese Art und Weise einen Bereich wie ein eigenständiges Unternehmen. So aufgezeigte starke und schwache Bereiche bieten Ansätze für Veränderungen beziehungsweisen zeigen auf, wo Handlungsbedarf besteht.

Kostenstellenrechnung
Kostenstellenrechnung

Lesen Sie weiterführend zur Kostenstellenrechnung: Teil 3:

Teil 1:

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