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Was versteht man unter dem Begriff „Standortanalyse?“

Eine Standortanalyse ist ein Vergleich und die Bewertung verschiedener Standortkriterien, um zu ermitteln, inwiefern ein Standort für das entsprechende Unternehmen geeignet ist.

Kurz gesagt: Sie ist die Suche nach dem passenden Standort für ein Unternehmen.

Wann wird eine Standortanalyse genutzt?

Es gibt verschiedene Anlässe, um eine Standortanalyse einzusetzen. Zum Beispiel eine Betriebseröffnung eines neuen Restaurants. Hierfür werden die entsprechenden Kriterien festgelegt, die das Potenzial eines möglichen Standortes messbar machen. So kann eine entsprechende Kategorisierung des potenziellen Standortes durchgeführt werden, um anschließend die Entscheidung treffen zu können, ob und welcher Standort für die Eröffnung infrage kommt.

Eine Standortanalyse kann auch bei einer Betriebseröffnung für ein bestehendes Konzept und somit im Zuge einer Expansion eingesetzt werden. In diesem Fall stehen die Kriterien durch die vorherigen Eröffnungen bereits fest und können auf das Expansionsgebiet und dessen Standortmöglichkeiten angewandt werden.

Auch die Überprüfung des bereits bestehenden Standortes stellt eine Einsatzmöglichkeit dar. Wenn ein Standort eines Konzeptes seit geraumer Zeit genutzt wird, jedoch nicht mehr klar ist, ob dieser immer noch die bestehenden oder neu festgelegten Kriterien erfüllt und somit die Unternehmensziele erreicht werden können, kann ebenfalls eine Standortanalyse die gewünschte Klarheit verschaffen. So kann gegebenenfalls eine Anpassung in den bestehenden Standorten vorgenommen werden.

Wie wird eine Standortanalyse durchgeführt?

Eine Standortanalyse führt man anhand einer Nutzwertanalyse durch.

Das heißt, es werden verschiedene und für den gesuchten Standort essenzielle Standortfaktoren festgelegt, die dann mit einer entsprechenden Gewichtung versehen werden.
Ein Standortfaktor mit der Gewichtung 1 ist also weniger wichtig und ein Standortfaktor mit der Gewichtung 3 ist dagegen sehr wichtig.

Wenn die Gewichtung festgelegt wurde, werden die potenziellen Standorte anhand der Gewichtung bewertet. Hierzu werden Punkte von zum Beispiel 1 bis 10 verteilt. Schneidet ein Standort in einem Faktor gut ab, bekommt er eine hohe Punktzahl. Erfüllt er den Faktor nicht oder nur bedingt, bekommt er weniger Punkte.

Nach der Bewertung folgt die Auswertung der Gesamtpunktzahl. Dafür wird die jeweilige Gewichtung mit der Punktzahl der einzelnen Standorte multipliziert und die Ergebnisse addiert.
Der Standort, mit der höchsten Gesamtpunktzahl, schneidet am besten ab und sollte am ehesten in Erwägung gezogen werden.

Schritt für Schritt im Überblick:

1. Potenzielle Standorte festlegen

Potenzielle Standorte Sammeln und festhalten

2. Standortfaktoren bestimmen

Für das Konzept wichtige Standortfaktoren festlegen und sammeln.

3. Gewichtung festlegen

Die Standortfaktoren mit einer Gewichtung versehen.

StandortfaktorGewichtung
Laufkundschaft3
Niedriger Mietpreis2
Keine Wohnungsnähe1
Wenig Mitbewerber2

Dabei gelten die folgenden Einstufungen:

1 – Weniger wichtig
2 – Wichtig
3 – Sehr wichtig

4. Bewerten

Die potenziellen Standorte anhand des Erfüllens der Kriterien bewerten.

StandortfaktorGewichtungInnenstadtStadtrandLandstraße
Laufkundschaft31041
Niedriger Mietpreis2267
Keine Wohnungsnähe13710
Wenig Mitbewerber2178

Dabei gilt:

1 – Nicht erfüllt
5 – Teilweise erfüllt
10 – Vollständig erfüllt

5. Vergleichen

Berechnung der Gesamtpunktzahl und vergleichen eben dieser.

StandortfaktorGewichtungInnenstadtStadtrandLandstraße
Laufkundschaft  31041
Niedriger Mietpreis  2267
Keine Wohnungsnähe13710
Wenig Mitbewerber  2178
Gesamtpunktzahl   394543

Beispiel Innenstadt:
(3×10)+(2×2)+(1×3)+(2×1)= 39 Punkte

Anhand der verschiedenen Gesamtpunktzahlen, lässt sich erkennen, dass der Standort am Stadtrand die Kriterien am besten erfüllt und somit den Gewinner der Standortanalyse darstellt.